Samstag, 20. August 2016

"Zu Fuss hält die Seele Schritt" von Achill Moser

Zu Fuß hält die Seele Schritt "Zu Fuss hält die Seele Schritt" von Achill Moser
Untertitel: Gehen als Lebenskunst und Abenteuer

erschienen im Atlantik Verlag (im Hoffmann und Campe Verlag GmbH)
ISBN:978-3-455-70017-6
Seiten:272
Erscheinungsdatum:10.03.2016



Zum Autor:
Achill Moser, geboren 1954, studierte Wirtschaftswissenschaften, Afrikanistik und Arabistik. Lange Zeit lebte er bei nomadisierenden Völkern in Afrika und Asien. Er lebt heute in Hamburg als freier Journalist, Fotograf und Vortragsreferent. Bei Hoffmann und Campe erschienen zuletzt "Das Glück der Weite" (2009) und "Über die Alpen nach Italien" (2011) ().

Zum Aufbau:
1. Wenn die Seele Freiraum braucht - Vom Loslassen und Aufbrechen
2. Die Magie der Prärie - Unterwegs im Mittleren Westen der USA
3. Gehen gegen den Strom der Zeit - Lebenslust neu entdecken
4. Ein spanischer Wandersommer - Auf den Spuren von Don Quijote durch Kastilien-La Mancha
5. Der Weg ist das Ziel - Die Kunst, dort zu sein, wo man ist
6. Am heiligen Fluss - Eine Nil-Wanderung von Kairo nach Luxor
7. Gehen, um zu denken - Wenn die Natur zur Denklandschaft wird
8. Zu Fuß durch Deutschland - 1400 Km entlang der innerdeutschen Grenze
9. Pilgern - Auf dem Weg zu sich selbst
10. Spuren im Sand - Auf der Route des Afrikaforschers Gerhard Rohlfs durch Marokko
11. Du musst wie ein Kamel gehen - Von Nomaden lernen
12. Gehen über Lava und Eis - Unterwegs auf Island
13. Gehen, um Spiritualität zu erfahren - Mit Ehrfurcht und Demut durch die Natur
14. Drachen über Peking - Ein Stadtspaziergang durch Chinas Hauptstadt
15. Ausrüstung - Die Reduzierung auf das Wesentliche
16. Zur Vogelinsel Bass Rock - Eine Wanderung an Schottlands Ostküste
17. Ankommen - Wie man das Glück in den Alltag mitnimmt

Zum Vorwort:
Seine Liebe zum "Zu-Fuß-Reisen" ist für Achill Moser das Allheilmittel gegen die Stressfaktoren der Zivilisation, ein Zugewinn an Lebensfreude und eine Form der Glückssuche. Dabei spielt es für Ihn keine Rolle, wo er gerade unterwegs ist. Allein das Gefühl des gepackten Rucksackes auf den Schultern verschafft Ihm prickelnde Erregung. Seine Leidenschaft zum Gehen und Wandern wurde bei Ihm Ende der siebziger Jahre bei einer Reise in den wilden Norden Kenias geweckt. Als Student der Afrikanistik lebte er damals viele Monate beim Naturvolk der Turkana und durfte diese auf einigen ihrer Viehwanderungen durch Kenias Wüste begleiten. Neben dem Erlebnis von Hitze, Durst, Sandstürmen und Raubtieren hat Ihn bis heute am meisten das Verhalten der Turkana bewegt: Nach langem Marsch warteten sie eine gewisse Zeit vor dem Zielort, damit ihre Seele sie einholt. Denn: Nur zu Fuß hält die Seele schritt.

Zum Inhalt:
Die einzelnen Tourenberichte werden vom Autor in Tagebuchform vorgetragen. Es handelt sich dabei aber nicht wie in einem Programmheft um die Einhaltung und Aufzählung einer chronologischen Abfolge, sondern vielmehr um authentisch vorgetragene Reiseberichte mit Blick auf das Wesentliche. Höhenmeterangaben oder sonstige Leistungsparameter sucht man vergebens. Achill Moser nimmt den Leser mit auf Reisen, die nicht willkürlich ausgewählt wurden, sondern für die historisch oder kulturell bedeutende Ereignisse den Rahmen bilden. Exemplarisch möchte ich hier auf den spanischen Wandersommer eingehen, in dem sich Achill Moser auf die Spuren von Don Quijote Autor Miguel de Cervantes und seiner Protagonisten begibt. Eine Spurensuche, man könnte auch Schnitzeljagd sagen, nach Hinweisen zwischen Realität und Fiktion in Kastilien und in den Erzählungen von Cervantes. Er trifft unterwegs besondere Menschen mit ganz persönlichen Geschichten und schenkt Ihnen Bedeutung durch die Erwähnung in seinen Reiseberichten.

Neben den Reisezielen beschäftigt sich der Autor auch viel mit sich selbst. In Selbstreflexionen zeigt er unterwegs Parallelen in seinem eigenen Verhalten und das der Gesellschaft auf, philosophiert über das Leben und zeigt für jeden Möglichkeiten eines bewußteren Wahrnehmens auf. Es geht nicht nur um das Ablaufen eines Weges oder das Erreichen eines Zieles. Wie so oft ist der Weg ist das Ziel. Der Leser erhält neben authentischen Reiseerlebnissen eine Anleitung für den eigenen Weg. Entschleunigung, bessere Wahrnehmung und Reduktion auf das Wesentliche entlasten und bereichern das Leben zugleich. Ein universeller Lebensratgeber. Man merkt das auch an den einleitenden Lebensweisheiten, mit denen jedes Kapitel beginnt. "Die Kunst, dort zu sein, wo man ist" ist hier nur ein Beispiel.

Ebenfalls die Worte von Antoine de Saint-Exupery, mit denen ich meine Buchbesprechung beenden möchte:

"Auf die Haltung alleint kommt es an. Denn nur sie allein ist von Dauer und nicht das Ziel, das nur ein Trugbild des Wanderers ist, wenn er von Grat zu Grat fortschreitet, als ob dem erreichten Ziel ein Sinn innewohnt" (Antoine des Saint-Exupery).

Fazit:
Sehr lesenswertes Reisetagebuch mit universellen Lebensweisheiten, die der Autor durch Selbstreflexion für sich erfahren hat und den Leser mit auf die eigene Reise geben möchte. Die ausgewählten Touren sind für sich alle einzigartig und dennoch kann Sie jeder nacherleben; dann aber in einer eigenen Geschichte.


Donnerstag, 11. August 2016

Demnächst: Buchbesprechung "Zu Fuß hält die Seele Schritt"

Zu Fuß hält die Seele Schritt In Kürze stellen wir ausführlich das im April 2016 im Hoffmann und Campe-Verlag erschienene Buch von Achill Moser vor.

Klappentext:
Das Gehen und Wandern, die ursprünglichste Bewegungsform des Menschen, ist eine Form der Glückssuche. Denn wer geht, kommt ins Sinnieren und läuft auch durch seine eigene Denklandschaft. Ob in den Wüsten der Welt, auf Chinas Seidenstraße, entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze oder auf Don Quijotes Spuren in der spanischen La Mancha - überall erlief sich Achill Moser ungeahnte Einsichten.

​In seinem neuen Buch Zu Fuß hält die Seele Schritt​ berichtet der Autor ​von echten Abenteuern, den unterschiedlichsten Formen des Gehens - vom Nomadentum bis zum Pilgern - und vor allem davon, wie das Gehen den Blick auf die Welt und sich selbst verwandelt.

Sonntag, 17. Juli 2016

Kurzinfo: Der Hochvogel bröckelt weiter

Ein Mitglied des alpinen Forums Alpic.net berichtet von einem Bergsturz am Hochvogel, der sich am 16.07.2016 ereignet hat.
Es ist ja seit geraumer Zeit mit einem größeren Bergsturz am Hochvogel zu rechnen. Mit großer Sorge beobachtet man die Spalte am Gipfelaufbau, die sich ständig vergrößert. Der Aufstieg von Hinterhornbach über den Bäumenheimer Weg ist seither auch gesperrt. Der ganz große Abbruch war das jetzt aber noch nicht.

Freitag, 24. Juni 2016

Neue Motive in unserer Sammlung historischer Ansichtskarten

Hallo Zusammen,
wir konnten unsere Sammlung an historischen Ansichtskarten wieder um einige neue Exemplare erweitern, wie z.B. hier mit der Aufnahme einer Gruppe Bergsteiger am Gipfelkreuz des Nebelhorns.
Die gesamte Sammlung ist unter dem Menüpunkt Berggeschichte zu finden. Über die Suchfunktion "Bilder suchen" kann gezielt nach allen möglichen Begriffen gesucht werden, z.B. Berghütte, Ruderboot, Seckel oder aber auch Hochvogel.

Viel Spaß beim Entdecken wünscht das Wanderpfa.de-Team.

Mittwoch, 1. Juni 2016

Julius Payer, Die unerforschte Welt der Berge und des Eises

Das Buch "Julius Payer, Die unerforschte Welt der Berge und des Eises" von Frank Berger ist im Tyrolia Verlag erschienen.

Inhalt:
In diesem umfassenden Werk über Julius Payer werden die verschiedensten Facetten dieses bedeutenden Alpinisten und Polarforschers  ausführlich beleuchtet.

Wer Payer nur auf seine Rolle als Erstbesteiger von fast 60 Gipfeln im Adamello- und Presanellagebiet und in der Ortlergruppe reduziert, wird ihm sicherlich nicht gerecht. Für die Geschichte der Entdeckungen und Eroberungen wesentlich bedeutender sind seine Leistungen als Polarforscher und als Autor geografischer Werke. Daneben können sich auch seine Zeichnungen und Gemälde sehen lassen. Zahlreiche Abbildungen des Buches belegen diesen Eindruck.
Frank Berger gelingt es, einen allumfassenden Einblick in Leben und Tun Payers zu gewähren. Der Leser erfährt nahezu alles über die Familiengeschichte Payers, die Entstehung seines Endeckerdranges, seine Militärlaufbahn und den über den detaillierten Ablauf seiner Bergfahrten und Expeditionen nach Grönland und in die Regionen des Nordpolarmeers. Nebenbei erfährt man auch einiges Anekdotenhafte etwa über die Namensgebung des Franz-Josef-Landes. Freilich: Der Autor ist Historiker. Einer, der sich viel mit der Thematik Polarkunde auseinandergesetzt hat. Kenntnisreich und belesen. Man darf sich vor diesem Hintergrund allerdings keinen spannend geschriebenen Roman erwarten. Aber wer sich etwa in die Situation Payers während des Winters in Grönland hineinversetzen möchte, wer Tag für Tag über das mühevolle Vorwärtskommen berichtet haben will, der kann große Teile des Lebens Payers miterleben, so groß ist die Vielzahl an  akribisch zusammengetragenen Einzelheiten. Ob es aber wirklich notwendig ist, jeden einzelnen Regentag während der Erkundungen des Ortlergebietes zu schildern, mag jeder für sich beurteilen. Mir persönlich wird's da manchmal mal des Guten etwas zu viel. Interessant ist aber jedenfalls auch der weitere Lebensweg Payers; seine Karriere als Künstler und sein Schicksal, dass ihn die Sprache verlieren ließ.

Fazit:
Alles in allem ist das anlässlich des 100. Todestages Julius Payers erschienene Werk so vielfältig angelegt, dass es, dem Schaffen dieses bedeutenden Mannes sicherlich mehr als nur gerecht wird. Es wäre ja auch schade, wenn er nur als Namensgeber einer bekannten Hütte an Südtirols höchstem Berg in Erinnerung bliebe.

Weitere Links: Tyrolia Verlag & Bergliteratur bei Wanderpfa.de