Freitag, 18. Dezember 2015

Buchbesprechung: Wieviel wiegt ein Berg?

Das Buch "Wie viel wiegt ein Berg?: Wissenschaft über der Baumgrenze" von Jacopo Pasotti ist im Hoffmann und Campe Verlag (Ganske Verlags-Gruppe) erschienen.

Über den Autor:
Jacopo Pasotti arbeitet als Autor und Fotograf u. a. für National Geographic und Die Zeit und hat an Exkursionen nach Nepal, in die Arktis und in die Antarktis teilgenommen. Seine bereits seit der Schulzeit bestehende Liebe zum Klettern, Bergsteigen und Skifahren veranlassten Ihn zum Studium der Geologie. Die Geologie gab Ihm nach seinen Worten die beste Möglichkeit, sich in den Bergen herumzutreiben. Mit der Zeit entdeckte Jacopo sein Interesse für Themen, die Ihn eher in eine Bibliothek oder ins Labor verbannten. Die Vielfalt der Natur und die Fähigkeit der Wissenschaft, eine Ordnung in die Komplexität der Natur zu bringen beschäftigen Ihn bis heute. Mit seinem Buch möchte er die Neugier wecken und geht dabei den kuriosen Aspekte der Berge wissenschaftlich auf den Grund.

Zum Inhalt:
Das Buch ist inhaltlich sehr durchdacht aufgebaut. Der Autor folgt dabei immer konsequent dem Blick auf die Berge. Die Kapitel sind unterteilt nach "Berge von Unten", "Berge von Innen", "Berge von Aussen" und schliesslich noch "Berge von oben". In dem ergänzenden Kapitel "Zusatzinformationen und Wissenswertes" findet der Rest an Informationen Platz, die nicht den vorherigen Kapiteln zugeordnet werden konnten.

Das 1. Kapitel beginnt mit der Beantwortung der Frage nach der Entstehung der Gebirge. Die Zusammenhänge der Plattentektonik werden vom Autor ausführlich und wissenschaftlich fundiert beleuchtet. Durch begleitende Farbabbildungen werden die theoretisch vermittelten Hintergründe bildlich vor das Auge des Lesers geführt. Mit Bildern lassen sich komplexe Themen für mich persönlich einfach besser und verständlicher erklären und nachvollziehen. Es ist schon sehr interessant, was man vom Autor über die sich bewegenden Platten und die damit verbundenen Auswirkungen über den gesamten Planeten erfährt. Sicher, das eine oder andere hat man früher schonmal im Erdkundeunterricht gehört; wenn man damals nur etwas besser aufgepasst hätte. Oder hättet Ihr noch gewusst, dass der Alpidische Gürtel ein gewaltiger Gebirgszug ist, der die Alpen mit den Karpaten verbindet und sich von dort weiter über den Kaukasus schließlich bis in den Himalaja erstreckt? Dafür verantwortlich ist eine Kollision der Eurasischen Kontinentalplatte mit der Afrikanischen, Arabischen, Indischen und Australischen Platte. Der Zusammenstoß hat vor 60 Millionen Jahre begonnen und ist heute noch im vollen Gange.

Die Geburt der Alpen wird ebenfalls ausführlich besprochen. Wer weiss schon, dass das Matterhorn eigentlich ein Stück Afrika ist, das sich auf den eurasischen Kontinent geschoben hat. Die obersten Tausend Meter seiner Felspyramide sind aus afrikanischem Stein, das härter ist als das darunterliegende Gestein. Die Anfälligkeit der verschiedenen Schichten gegenüber der Erosion hat die markante Gestalt des Berges mitgeprägt. Die unterschiedlichen Gesteinsschichten die man auch oft auf Wanderungen sehen kann, erscheinen so in einem ganz anderen Licht. Schließlich lässt sich daraus mit den richtigen Hintergrundinformationen eine ganze Menge herauslesen.
Der Autor beschäftigt sich auch mit dem Aufbau des Erdkerns und den Temperaturen im Inneren. Die Welt der Vulkane nimmt dabei förmlich Gestalt an. Nicht so einfach lässt sich dagegen die Frage nach dem höchsten Berg beantworten. Wo befindet sich der älteste Berg der Welt und noch vieles mehr. Doch nicht nur die Entstehung der Berge, sondern auch der natürliche Prozess der Zersetzung und des Verfalls sind Thema verschiedener Geschichten im Buch. Die Kapitel sind alle so aufgebaut, dass vom Autor aufgeworfene Fragen in verständlicher Art und Weise erklärt und beantwortet werden. Das letzte Kapitel widmet sich dabei nochmals mit allen möglichen Fragen quer durchs Gebirge: Warum frieren Gebirgsseen nicht zu oder was bringt der Klimawandel? Weniger Eis, mehr Gletscher?

Fazit:
Dem Autor ist es gelungen, die komplette Erdgeschichte in einem handlichen Taschenbuch zu verpacken. In unterhaltsamen Episoden werden die Zusammenhänge verständlich und informativ erklärt. Die sehr wissenschaftliche Betrachtensweise mag den geologisch interessierten Leser vielleicht mehr ansprechen, wie den naturverbundenen Wanderer, der sich letztlich an der Natur erfreut ohne weitere Fragen zu stellen. Das "Lesen" der Berge in denen man selbst unterwegs ist, dürfte nach dem Studium der Lektüre deutlich einfacher werden. Mit dem Wissen, dass die Geschichte der Menschheit in der gesamten Erdgeschichte nur den Bruchteil weniger Sekunden einnimmt, lässt das Wunder "Natur" in einem noch größeren Licht erscheinen. Jacopo liefert mit seinem Buch die entsprechende Bedienungsanleitung.

Ich persönlich kann das Buch nur empfehlen...nicht einfach zu lesen, aber sehr unterhaltsam und informativ. 2015, Verlag: Atlantik, ISBN-13: 978-3455700152, 208 Seiten, Taschenbuch, 16,99 €

Für weitere Informationen: Hoffmann und Campe

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Wie viel wiegt ein Berg?

In Kürze stellen wir das neu im Hoffmann und Campe-Verlag erschienene Buch von Jacopo Pasotti ausführlich vor.

Klappentext: Wie lange überlebt man, wenn man von einer Lawine verschüttet wird? Warum können bolivianische und tibetanische Kinder auf 4000 Metern Höhe Fußball spielen, ohne außer Atem zu kommen? Bei welchem Luftdruck gelingt die perfekte Hüttenpasta? Ist für alle, die von majestätischen Gipfeln und sonnenbeschienenen Almen träumen oder schon auf dem Weg dorthin sind.
PASOTTI gewährt verblüffende und atemberaubende Einblicke in die Welt der Berge, anschaulich dargestellt durch Illustrationen und Graphiken von ALESSANDRO DAMIN.